hall-Palermo
appartement d’art contemporain genève |
Gilles
Porret, Künstler & Gastkurator
Boomerang
Künstlerdialoge
- Raumdialoge |
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Andrea
Bassi, Ueli Berger, Laurence Bonvin, Renate Buser, Vincent Chablais,
Laurence Cotting, Philippe Deléglise, Isabelle Jousset,Armando
Locatelli, Dieter Seibt, René Zäch
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| Gilles
Porret, Künstler und Kurator des hall-Palermo, appartement d'art
contemporain Genève, wurde von Niggi Messerli, dem Direktor
der Kunsthalle Palazzo Liestal, eingeladen, eine Ausstellung zu organisieren,
wobei ihm bei der Auswahl der Künstler, die ihn interessieren,
freie Hand gelassen wurde. Darüber hinaus zeigt er seine eigene,
über mehrere Jahre gewachsene und teilweise aus Tauschobjekten
mit den in der hall-Palermo gezeigten Künstlern bestehende Sammlung.
Die Ausstellung trägt den Titel Boomerang. |
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Als Einführung in die Ausstellung
präsentiert er eine per-sönliche, mit seiner Frau Deusa
realisierte Intervention, die le mariage en noir et blanc über-schrieben
ist. Dabei handelt es sich um eine photo-graphische Arbeit, die, im
Geist seines Gesamt-konzepts, auf spielerische und treffende Art und
Weise Farbe befragt.
Im Übrigen lädt er 11 Künstler ein, je eine Arbeit
in Liestal auszustellen. Einige von ihnen haben bereits Werke im hall-Palermo
vorgestellt, für andere ist es eine Premiere. Ein Anliegen der
Ausstellung ist es, die Vielfältigkeit der möglichen Interventionen
hinsichtlich der Architektur, des Mobiliars, der Installation, der
Fotografie, der Zeichnung und der Malerei im Geiste der Aktivitäten
des hall-Palermo aufzuzeigen.
Die wie in den Ausstellungen Nr. 13, Papillonner ä hall-Palermo,
oder Nr. 14, staff & stuc, einzeln oder als Gruppe gezeigten Künstler
werden sich in den Räumlichkeiten der Kunsthalle begegnen, sich
zusammenfinden, sich konfrontieren, um sich durch einen neuen Dialog
zu bereichern.
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Warum
hall-Palermo?
Kannst du uns den Namen ein wenig erläutern?
Die
hall (Eingangshalle) ist die unserer Wohnung, die zwei Zimmer, eine
Küche, Toiletten und einen Balkon umfasst und sich häufig
in einen Ausstellungsraum verwandelt.
Der Name Palermo deshalb, um an den Künstler Peter Schwarze
(1943-1977) zu erinnern, dessen konzeptionelle Herangehensweise
als Maler ich schätze. Er hatte das Pseudonym Blinky Palermo
angenommen, ein Boxer, der in Palermo wohnte; und eben wegen der
vielfältigen Bedeutungen gefällt mir dieser Name.
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Wie
fügen sich all die unterschiedlichen, von dir ausgeübten
Aktivitäten ineinander?
hall-Palermo
ist ein künstlerisches Projekt wie anderes, dass realisiert
worden ist, das meiner rouge, Rencontre pour le vert, Rencontre
pour le noir erinnern, in deren Verlauf ich Künstler in ihrem
Atelier fotografierte und sie zu ihrem Verhältnis zu einer
Farbe befragte. Oder wie Bagarre en rouge et jaune, eine Installation
mit Büchern, die ich 1998 für den "Kiosk" realisierte,
einen Ausstellungsraum in Bern. Oder auch an eine Arbeit in situ,
1999 realisiert in der Galerie Rivolta in Genf, Se mettre au vert,
eine Sommer-Metapher.
Bei hall-Palermo geht es darum, über die Beschränkungen
und die besondere Eigen-tümlichkeit der Wohnungsräume
zu reflektieren. Der Künstler, der in hall-Palermo ausstellt,
hängt nicht einfach irgendetwas auf, sondern setzt alles daran,
ganz bewusst mit dem Ort zu arbeiten. Es gibt diese starke Identität
der Wohnung, in der man wohnt, im übrigen beschränken
sich die Ausstellungen nicht länger auf die Eingangshalle,
häufig überborden sie ins gesamte Appartement und es ist
der Raum an sich, der das endgültige Ergebnis dessen, was ausgestellt
wird, beeinflusst und mitbestimmt.
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De
gauche à droite:
Andrea Bassi et Ueli Berger
Hall, exposition no 13 - 2000-01 |
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Wie würdest du die in den
Alltag eingreifende künstlerische Intervention beschreiben?
Wie die Berechtigung von Utopie? die Berechtigung zeitgenössischer
Kunst im Alltag der Leute?
Es
geht darum, einen künstlerischen Raum anzuregen. Es gibt eine
Evolution des Appartements, und das erlegt uns auch Beschränkungen
auf. Man kann sich nicht länger gehen lassen, man muss aufräumen
und die Sichtbarkeit der Stücke, die Gegenstand der Ausstellung
bilden, sicherstellen. Unser Alltagsleben muss teilweise versteckt
werden, gibt es doch auch für uns eine Beschränkung.
Andererseits erfährt unser Appartement eine Veränderung
und wird zu einer Art Kunstwerk. Man beobachtet ein Ineindergreifen
des Reellen und des Falschen, eine Situation ä la Perec, die
mich an das Buch "Die Dinge" denken lässt.
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Falsches
Appartement - reeller Ausstellungsort oder reelles Appartment -
falscher Ausstellungsort?
Die
aufeinander folgenden Interventionen hinterlassen Spuren, die sich
ansammeln. Übrigens habe ich, bevor ich je an hall-Palermo
dachte, mit anderen Künstlern getauscht, und habe mich, was
meine Sammlung angeht, stets nach meinem Geschmack gerichtet. Um
eine Ausstellung herum gibt es immer wieder etwas zu tauschen und
auch Geschenke oder Dinge, die deponiert werden und schliesslich
für immer dableiben. Für mich sieht es so aus, dass es
schon bald zu viele Werke sein werden und ich gewisse Stücke
herausnehmen oder sie regelmässig umhängen sollte, kurz
ein Depot einrichten, wie in einem Museum!
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| Wie
sollte man den Unterschied des Verhältnisses von zeitgenössischer
Kunst an einem Ort wie dem hall-Palermo und einem Museum oder einer
angesehenen Galerie genauer beschreiben? Um
darauf eine Antwort zu geben, ist hall-Palermo tatsächlich
in erster Linie eine Haltung, die nicht unbedingt Werbung braucht
für diesen Ort, an dem es jährlich vier bis fünf
Ausstellungen gibt. Die Information ergeht in Form einer simplen
Einladungskarte und vor allem durch Mundpropaganda.
Kontakt wird direkt zur Kunstszene geknüpft. Hinsichtlich öffentlicher
oder privater Institutionen besteht ein wichtiger Unterschied darin,
dass hall-Palermo direkt mit den es interessierenden Künstlern
zusammenarbeitet, ohne deshalb für eine lokale oder internationale
Mode repräsentativ sein zu müssen.
Es geht darum, die Absicht des Künstlers zu erreichen, und
zwar durch die Integration der Ausstellung in einen bewohnten Ort,
was es erlaubt, die verschiedenen Grenzen Arbeit zu verifizieren.
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Befassen
wir uns einmal eingehender mit den Aktivitäten des hall-Palermo.
Wie wählst du deine Künstler aus?
Was
mir wichtig ist, ist die Bereicherung von Begegnungen und Annäherungen.
Ganz zu Anfang bin ich auf die Künstler zugegangen, um ihnen
Fragen hinsichtlich einer Farbe zu stellen, indem ich sie über
ihre Arbeitsweise befragte, heute lade ich sie einfach ein, bei
uns auszustellen. Ich zeige Leute, deren Arbeit mich anspricht,
und die unterschiedliche Ausdrucksformen verwenden. Dabei sind es
nicht so sehr die vom Künstler eingesetzten technischen Mittel,
die mich interessieren, sondern vielmehr die Triftigkeit und der
Inhalt einer Arbeit.
In Abfolge der Ausstellungen, die alle mit einer Karte angekündigt
werden, die eine Nummer trägt, steckt auch die Idee des Sammelns,
der Hinweis darauf, wie die Zeit vergeht. Übrigens wird die
Ausstellung in der Kunsthalle Palazzo das 19. Event des hall-Palermo
sein.
Was
bringt es, an diesem Ort auszustellen?
Die
Ausstellungen, die ich organisiere, schaffen Netzwerke und Kontakte
zwischen Künstlern aus der Romandie, aus dem Alemannischen,
aus Frankreich und England. Ich hoffe, dass es auch noch andere
Möglichkeiten geben wird, diese Kontakte zu vertiefen. Die
Künstler gehören unterschiedlichen Generationen an, was
für mich nicht von Wichtigkeit ist, seien sie nun bekannt,
weniger bekannt oder sind frisch von einer Kunstschule, das ist
mir nicht besonders wichtig. Was zählt, ist, dass das von hallPalermo
veranlasste Experiment erfolgreich ist. Ich tue das nicht, um Geld
zu verdienen, auch wenn man es zum Leben braucht.
Das
Wichtigste ist das Ergebnis des Projekts, alles andere kommt dann
wie von selbst.
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Das
Gespräch führte der Kunsthistoriker Patrick Schaefer http://www.art-en-jeu.ch
, Lausanne.
Ins Deutsche übertragen von Udo Breger. |
Liste
des expositions et des artistes invités
de 1999 à 2002 1
Kotscha Reist / 13.03 - 03.04.1999
2 Georges Pfruender / 17.04 - 08.05.1999
3 Antoine Stähli / 15.05 - 05.06.1999
4 Dieter Seibt "Le roi Charles VII" / 11.09 - 02.10.1999
5 Anne Blanchet "Arrêt sur image" / 09.10 - 30.10.1999
6 René Zäch "Colocataire" / 13.11 - 04.12.1999
7 Guillaume Arlaud, Fabiana de Barros, Daniel Berset, Anne Blanchet,
Vincent Chablais, Claude Cortinovis, Philippe Deléglise,
Ladina Gaudenz, Giovanna Grieco, Daniela Grüninger, Tito Honegger,
Sylvie Marceau, Tony Morgan, Ursula Mumenthaler, Deusa Pereira Pinto,
Gilles Porret, Kotscha Reist, Jeanne Schmid, Yolande Schneiter,
Dieter Seibt, Antoine Stähli, Viviane Van Singer, Nathalie
Wetzel, René Zäch, performance musicale Beat Feller,
David Gattiker, Dieter Seibt "Expo de Noël" / 18.12
- 23.12.1999
8 Jean-Luc Manz "aerial" / 25.03 - 22.04.2000
9 Vincent Chablais "Tropes" / 06.05 - 03.06.2000
10 Philippe Deléglise "no 36" / 09.09 - 07.10.2000
11 Claude Cortinovis "J'étais ici et je ne pouvais rien
voir" / 14.10 - 11.11.2000
12 François Vincent "Is that so glamo"
18.11 - 02.12.2000
13 "staff & stuc" Andrea Bassi, Ueli Berger, Renate
Buser, Vincent Chablais, Laurent de Pury, John Doe, Nicolas Faure,
Kotscha Reist, René Zäch
09.12.2000 - 24.02.2001
14 Sylvie Marceau "dînette" / 17.03 - 14.04.2001
Susi + Ueli Berger, Wolkenlampe, 1970, Jean-Luc Manz, Missouri 52,
D.B.N., table, Gilles Porret, sol-sol, 2001, Isabelle Jousset, Bisounours
15 Guillaume Arlaud / 28.04 - 26.05.2001
16 Pascal Landry "seconde main", Clare Goodwyn "one
way conversation" / 09.06 - 07.07.2001
17 Jean Mauboulès installations, Verena Thürkauf multiple
/ 15.09 - 03.11.2001
18 Isabelle Jousset installations / Jérôme Borel "Paris
à hall-Palermo" / 20.04 - 29.06.2002
19 hall-Palermo à la Kunsthalle Palazzo "Boomerang"
23.08 - 11.10.2002
20 Françoise Bridel "montagne" / François
Frey "mural" / 16.11 - 21.12.2002
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hall-Palermo
publications
Andrea Bassi, "La
plus petite des architectures",
tirée à 750 exemplaires - tirage de tête de
50 exemplaires, hall-Palermo publications, 2000
multiples
Renate Buser, "Himmel
über Berlin", photographie à 15 exemplaires, édition
2001 (exposition no 14)
Clare Goodwyn, "Tea
1 Bag" 10 exemplaires,
édition 2001 (exposition no 16)
Sylvie Marceau, "Dînette",
assiette à 50 exemplaires, édition 2001 (exposition
no 14)
Gilles Porret, sans
titre, pot de peinture à 50 exemplaires, édition 2000
(épuisé, exposition no 9)
Antoine Stähli,
"Composition sur magazine d'art", peinture à 4
exemplaires, édition 2001
(exposition no 14)
Bujar Marika, "Geburt
Leben Tod Trois Wörter, trois Farben", hommage à
Blinky Palermo, portofolio
à 12 exemplaires, édition 2002 (épuisé)
Prix hall-Palermo
1999 Antoine Stähli
2000 René Zäch
2001 Vincent Chablais
hall-Palermo appartement d'art contemporain genève
rue des Grottes 32 - case postale 1611 - 1211 Genève 1
Tel. 022 740 04 59 / 079 279 13 30
porret@genevalink.ch
Pendant
les expositions est ouvert le jeudi de 16h à 18h et le samedi
de 16h à 18h ou sur rendez-vous. |
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Remerciements
Gilles Porret remercie celles et ceux qui, à des titres divers
ont participé à la réalisation de cette exposition.
Particulièrement Niggi Messerli d’avoir invité
hall-Palermo à la Kunsthalle Palazzo pour l’exposition
Boomerang. Patrick Schaefer pour son enthousiasme lors de l’interview
. Kristina Sylla de son aide à la conception de ce leporello.
Livio Pelfini, Nota Bene, Genève pour sa disponibilité.
Aeby Werner, Carrosserie du Plateau; Genève, laquage du Gris
de couleurs de la VW coccinelle, présentée à
l’entrée de la Kunsthalle. Marco Olivet, encadrement
des oeuvres. Et tous les artistes et collaborateurs. Ainsi que Pro
Helvetia et la Fondation Nestlé pour l’art.
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