HÖLDERLIN – Sprache: grosses Kino!

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31.01.2021
11:00

HÖLDERLIN – Sprache: grosses Kino!

Michael Engelhardt spricht live im Kino Gedichte von Friedrich Hölderlin, dazu werden auf der Leinwand in Echtzeit generierte Visuals gezeigt.

Die Sprache Hölderlins hat Michael Engelhardt im Großen wie im Kleinsten erforscht, Ergebnisse zu wissenschaftlicher Erkenntnis gefügt und vor allem: rhythmisch und streng analysiert, gesprochen, Verse gepflügt, den Acker durchfurcht.

Durch profunde Ausarbeitung der Metrik und der Klanglichkeit dieser Sprache, durch glasklares Denken und artikulatorische Exzellenz tönt Hölderlins Werk in schönster Weise.

Ein Höhepunkt seiner Arbeiten ist Engelhardts poetische Performance in Arthouse-Kinos Deutschlands und der Schweiz mit dem Titel:

HÖLDERLIN – Sprache : großes Kino!

Visuelle Übersetzungen von Rhythmus, Atem, Schritt und Metrik auf die Kinoleinwand erweitern die live gesprochene Gedichtrezitation. Da, wo das Publikum in guten Sesseln lauscht, wo es sehr dunkel werden kann, im Kino-Saal. Wo Zwischentöne schallen, wo der Fokus des Hörens und die „Augen der Inselwelt“ satt werden, da wird Hölderlins Sprache das, was sie sein möchte: abgrundtief und himmelwärts schön. Das hat mit Gedichtrezitation, wie sie allgemein erwartet wird, nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun. Verse reiten, tanzen, flüstern, rufen und lautrer Laut. Ein Gesang aus Sprache. Die Ohren werden zu Augen des Geistes.

Das zentrale Werk der Hölderlin-Rezeption, die grosse Elegie ‘Brod und Wein’, die ‘Nachtgesänge’, ein äusserst selten öffentlich gesprochener Zyklus von sechs Oden und drei kurzen, freirhythmischen Gedichten sowie die ‘Friedensfeier’, eine Hymne an den friedlichen Menschen im Gewitter der Zeit, bilden die Gipfel dieses Programms, begleitet von Hexameterdichtungen, frühen Hymnen und freien Gesängen.

Alle diese Texte zählen zum Schwierigsten, was sprechbar ist. Engelhardt traut es sich zu, traut uns es zu, dieser unerhörten Sprache zu folgen. Seit 40 Jahren arbeitet er an Hölderlin, seit drei Jahren macht er nichts anderes. ‘Es hat sich gelohnt, diesen Weg zu gehen’, sagt er. Jetzt wünscht er sich vor allem eines: Publikum.

Die Gedichte Hölderlins feiern ein Miteinander in dunklen Zeiten.

Genau das brauchen die Menschen. Immer.