Beim Dreh von Jean-Luc Godards À bout de souffle ahnte wohl niemand, welche Bedeutung dieses Debüt einmal haben würde. Nicht nur brach der damalige Filmkritiker der «Cahiers du cinéma » als Teil einer Gruppe von Cinephilen mit filmischen Konventionen, schuf eine neue Ästhetik und spielte mit Genres; der Film wurde weltumspannend rezipiert und inspiriert bis heute junge Filmschaffende. Godard mag viele vor den Kopf gestossen haben, doch er blieb seiner eigenen Vision treu – trotz des Risikos, damit zu scheitern. Am 5. März kommt Richard Linklaters Nouvelle Vague in die Schweizer Kinos, der die Entstehung dieses Jahrhundert-Films rekonstruiert. Ein Film, der unbedingt Lust macht, das Original nochmals zu schauen.
«Wenn Belmondo, der Spritztourenfahrer, einen Polizisten erschiesst, Freunden und Schulden zu nächtlicher Stunde hinterherjagt und sich in ein literarisch gebildetes Mädchen verliebt, verspinnt Godard eine Persiflage mit Pathos. Seberg zitiert Bücher, Ideen und Namen; Belmondo misst sich an Bogart, bläst seinem Idol Rauch ins Gesicht, versetzt ein gestohlenes Auto und überredet seine Freundin zu einem Darlehen. Die Kamera schlendert in ihrer überbordenden Liebe zu Paris genüsslich die Champs-Élysées entlang, streift Cafés, Häuserreihen und die Silhouetten der Dächer – in der Nachtluft wird Mozart dabei mit Cool-Jazz-Riffs vermischt. Dies ist der ultimative nächtliche ‹Film noir noir noir›.» Chris Auty, Time Out Film Guide
«Der ganze Film scheint ein Destillat aus alten amerikanischen Gangsterfilmen zu sein; trotzdem spiegelt er die Wirklichkeit der Zeit, in der er spielt und entstand. (…) Godard hat diese Schnittmuster gleichsam über die Realität gelegt. Er filmt auf den Strassen von Paris und kümmert sich nicht darum, dass man im Bild erstaunte Passanten entdeckt, die das Filmteam bestaunen.» Reclams Filmführer





